Wilhelm-Morgner-Biografie
Wilhelm-Morgner-Preis
Morgnerpreisträger
Stipendium
Kontakt
 
Logo Wilhelm-Morgner-Preis
Wilhelm-Morgner-Preis  2007
Zur Idee der Revitalisierung
Jurysitzung 2007
Preisträger 2007
Ausstellende Künstler 2007
Zur Idee der Revitalisierung des 
Wilhelm-Morgner-Preises 
 
Soest ist eine Stadt der Kunst – eine Stadt, von mittelalterlichen Mauern umfangen, die alte und neue Kunst nebeneinander präsentiert – eine Stadt, in der sowohl die Baukunst als auch die Bildende Kunst zu vielen Zeiten besondere Beachtung und Förderung erfahren hat. Die monumentalen Kirchenbauten und ihr Schmuck im Innenraum sprechen eine mehr als deutliche Sprache vor allem für die mittelalterliche Zeit. Künstler mit besonderer Begabung – zu erst nicht als Person benannt, später dann selbstbewusst ihre Werke signierend, wurden weit über die Grenzen ihrer Stadt bekannt.
Wenn Soest auch schlechte Zeiten mit Krieg, Hungersnöten und Pestkrankheiten ertragen musste, dadurch die finanziellen Mittel ausgingen, erlebte die Stadt mit dem Beginn der Moderne am Anfang des 20. Jahrhunderts    einen Neustart. Herausragende Malerpersönlichkeiten wie vor allem Wilhelm Morgner, aber auch Otto Modersohn, Wilhelm Wulff, Eberhard und Fritz Viegener und jene, als Besucher die Stadt betrachtend – Emil Nolde, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff – schafften eine neue Kunst, weckten die Stadt aus der Erstarrung.
Nach den einschneidenden Ereignissen des II. Weltkrieges und der Zerstörung der Stadt zu nahezu 60%, ist es dann dem Engagement des Stadtrates und den Bürgern selbst zu verdanken, dass bereits seit den 50er und 60er Jahren und in der Folgezeit Künstler und ihre Kunst in Soest heimisch werden konnten. Bereits 1953 begründete die Stadt Soest die Tradition des „Wilhelm-Morgner-Preises“ mit der eindeutigen Zielvorgabe, nicht nur lokale Künstler und Künstlerinnen zu fördern, sondern, um diesem Preis die nötige Anerkennung zukommen zu lassen, ihn bundesweit auszuschreiben. Bis in das Jahr 1996 konnte der Preis insgesamt zwanzig Mal nach verschiedenen Kriterien und unterschiedlichem Rhythmus verliehen werden –  dann jedoch ruhte er, da die Haushaltssituation der Stadt eine weitere Verleihung nicht zuließ.
Erst mit dem Mut und der Zuversicht engagierter Bürger und den Vertretern der Stadt selbst, konnte die Idee der Revitalisierung des Morgner-Preises gut 10 Jahre später wieder geplant und dann realisiert werden. Der Förderverein Wilhelm Morgner e.V. wurde gegründet um die Durchführung der Preisvergabe zu ermöglichen. Bewusst entschied man sich bei den Teilnahmekriterien für Künstler mit einer akademischen Ausbildung oder aber einer mindestens dreijährigen Ausstellungstätigkeit im Galerie-, Messe- oder Museumsbereich und eine Wohnortbestimmung in Deutschland seit mindestens drei Jahren. Eine Altersbegrenzung gab es nicht. Wichtig hingegen war die Festlegung und Bestimmung auf nur eine Disziplin, auf das Medium der Malerei, die die Künstler ins Zentrum ihres professionellen Schaffens gestellt haben.
Ebenfalls war es den Vertretern des Fördervereins ein wichtiges Anliegen den Bewerbern – immerhin eine beachtliche Anzahl von insgesamt 439 – ein Ergebnis zu präsentieren, in dem sie ihre eigene Positionierung erfahren konnten. Üblicherweise werden die Ablehnungen ohne Nennung der erreichten Juryrunden zurückgesandt. Jedoch ist das Wissen um den Rang des eigenen Weiterkommens für jeden Künstler von großer Wichtigkeit. 
Die große Zahl der Einsendungen eröffnete einen interessanten Überblick über das derzeitige Geschehen in der Kunstszene, der sowohl abstrakten als auch figurativen Malerei, der immer auch wieder eindeutig politisch und kritisch ausgerichteten Themenwahl, dem deutlich werdenden Spannungsfeld West – Ost Kunst, einer zum Teil bewussten Positionierung gegen vorherrschende Meinungen. Deutlich wird die Suche der Kunst nach ihrem Ausdruck, ohne gefallen zu wollen, ohne auf eine Käuferschicht ausgerichtet zu sein.
Sicherlich gab es eine Reihe von Beweggründen, die zu der Idee führten diesen Preis wieder aufleben zu lassen. Doch nicht allein die Liebe zur Kunst auch der Mut und der Wille für die eigene Stadt einen nicht unbedeutenden Beitrag zu leisten, sich als Kunst- und Kulturstandort ein Gesicht zu geben, Menschen auf diese unsere Stadt im gesamten Bundesgebiet aufmerksam zu machen, der Stadt ein Profil zu geben. Gerade in der heutigen Zeit ist dies von nicht zu unterschätzender Bedeutung!!! 
Die Initiatoren sehen den wieder zum Leben erweckten Wilhelm-Morgner-Preis als eine sinnvolle Ergänzung zu dem ebenfalls mit großem bürgerschaftlichem Engagement geleisteten Wilhelm-Morgner-Stipendium und dem Simplicissimus Preis, die alle drei in unterschiedlichen Jahresrrhythmen verliehen werden. Soest ist eine Stadt der Kunst und so ist sie auch der Kunst verpflichtet. 
Unser Dank gilt vor allem auch den vier Persönlichkeiten, die als hochkarätige Fachjury in anonymer Vorauswahl und dann gemeinsam in langer Beratung und Diskussionsfreudigkeit mit hoher Disziplin und Sorgfaltspflicht ihrer Aufgabe nachgegangen sind und die Entscheidung für die zehn Ausstellungsteilnehmer und dann für den Preisträger selbst gefunden haben. Frau Dr. Ellen Schwintzer, seit vielen Jahren Leiterin des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm; Herrn Dr. Erich Franz, seit 1989 stellvertretender Direktor am LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster; Professor Pitt Moog, seit 1973 Professor an der FH Dortmund und Herrn Alfred Nemeczek bis 1998 stellvertretender Chefredakteur des Kunstmagazins art.
Unser ganz besonderer Dank gilt aber vor allem dem Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und der Stadt Soest. Durch ihr Engagement und ihr unbürokratisches Agieren sind die Bedingungen zur Realisierung der Wiederbelebung des Wilhelm-Morgner-Preises geschaffen worden und eine zeitgemäße Art der private partnership zwischen Politik und Privatwirtschaftlichkeit entstanden.
Seitenanfang
Stadt Soest Sparkasse Soest Kloster Paradiese